Ziel der Bearbeitung des Untersuchungsmaterials in einem histologischen Labor ist die Herstellung hauchdünner, 3 - 4 µm messender Präparate von dem Gewebe, die nach entsprechender Färbung dem Arzt die mikroskopische Beurteilung am Mikroskop ermöglichen.
1. Das in einer Fixierungsflüssigkeit (üblicherweise Formalin)
übersandte Gewebe wird nach Inspektion und makroskopischer Beschreibung zunächst in nummerierte Plastikkapseln eingelegt, die eine Durchtränkung mit verschiedenen Lösungsmitteln erlauben.
2. Danach wird dem Gewebe über eine aufsteigende Alkoholreihe das Wasser entzogen. Anschließend erfolgt eine Spülung mit Xylol, wodurch das Material auf die jetzt folgende Durchtränkung mit flüssigem Paraffin vorbereitet wird. Der gesamte Prozess wird in automatisierter Form in einem Gewebeeinbetter durchgeführt, dauert im allgemeinen mehrere Stunden und läuft meist über Nacht ab.
3. Ausgießformen mit dem paraffindurchtränkten Gewebe werden nun mit erhitztem flüssigen Paraffin angefüllt, so dass nach Abkühlung ca. 2 x 2 x 1 cm große Paraffinblöcke entstehen, die das Untersuchungsmaterial enthalten.
4. Das Gewebe weist jetzt eine feste Konsistenz auf, so dass
mit einem Mikrotom von den Paraffinblöcken 3 - 4 µm dünne Schnitte produziert werden können, die dann auf Objektträger aufgezogen werden.
5. Nachdem das in den Schnitten noch enthaltene Restparaffin durch Xylol wieder entfernt wurde, erfolgt im Anschluss die Färbung des Gewebes. Dabei hat sich für die Routine
eine kombinierte Färbung aus Hämatoxylin, - für die Kerne, und Eosin, - für das Zytoplasma, bewährt.
6. Als letzter Schritt wird zum Schutz des gefärbten Schnittes ein Deckglas auf den Objektträger aufgebracht. Das Präparat kann nun unter dem Mikroskop angesehen werden.
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